30.09.2026
[*] Leserbrief zur geplanten Entfristung der Nachtflugregeln zum Flughafen Köln/Bonn
Nächtlicher Fluglärm raubt den Schlaf und der Körper gerät unter Stress, bis hin zu Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod. Diese Fakten sind durch Studien belegt.
Nachdem Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) 2008 per „Ministerentscheid“ die Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Köln/Bonn, die bis zum 31. Dezember 2030 erteilt wurde, beschlossen hatte, blieb der Flughafen Köln/Bonn der einzige deutsche Flughafen mit einem 24‑Stunden-Betrieb. Und zwar Nachtflüge über die Köpfe der Menschen inklusive. Diese Betriebsgenehmigung soll jetzt nach dem Willen des Flughafens „entfristet“ werden.
Also Nachtflüge bis in alle Ewigkeit.
Dieses dreiste Unterfangen wird in der Fluglärmkommission vorbesprochen, wo sich aber – ob ihrer Beteiligungen am Flughafen – scheinbar schon einige Kommunen weggeduckt haben. Die als betroffen akzeptierten Kommunen wollen wohl lieber einen „Umlaufbeschluss“, der geschmeidiger im Hintergrund abläuft.
Von dem grünen NRW‑Verkehrsminister ist auch nichts Positives im Sinne der betroffenen Menschen zu erwarten, denn er steht ja im Zwang seiner schwarzen Koalitionäre, der anstehenden Landtagswahl und der vielen gut bezahlten Jobs im Politikbetrieb.
Der Fluglärm hat sich auch schon seit langem in 70 Kilometer entfernte Kommunen wie Windeck ausgedehnt. Die Anzahl der Nachtflüge steigt ständig. Beispielsweise wurden im September 2025 841 Überflüge von einer Fluglärmmessstation in Windeck aufgezeichnet. In der lautesten Nacht im September 2025 gab es 42 registrierte Überflüge in den Nachtstunden. Dies lässt sich mit der weiteren Verlagerung von Flügen nach Köln-Bonn und deren Flugroute über Windeck erklären. Die Maschinen fliegen deshalb mitten über Windeck, weil sich in Windeck-Locksiefen das Funkfeuer befindet, an dem sich alle Flugzeuge orientieren müssen. Auf die Frage beim Haupt- und Finanzausschuss am 30.06.2026, ob die Windecker Bürgermeisterin hier aktiv werden wird, kam die sinngemäße Antwort. „Das muss ich mir noch überlegen“.
Wenn sich alle Kommunen so positionieren, wird der Flughafen Köln/Bonn kein Problem haben, die Betriebsgenehmigung zu „entfristen“.
[*] Ein Meinungsbeitrag (Leserbrief) von Peter Inden
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Quellen: