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Prestigeprojekt Dattenfelder Park mit Gimmicks aber ohne Toiletten?
16.04.2026
Die naturnahen Flächen des Parks sollen weiter versiegelt werden.
[*] Zweites „Bürgerforum“ zur Umgestaltung des Parks in Windeck-Dattenfeld vom 15.04.2026.
Am 15.04.2026 hatten die Bürger die Möglichkeit sich den der ersten Entwurf des Planungsbüros zur Umgestaltung des Dattenfelder anzusehen und Verbesserungsvorschläge in die Planung einzubringen.
Die erste Planungsskizze wurde vom Büro GM013 Landschaftsarchitekten vorgestellt und von einem weiteren externen Planer unterstützt. Es handelte sich um den Folgetermin zur ersten Bürgerversammlung am 14.12.23.
Hier eine stichpunktartige Auflistung der besprochenen Punkte:
Kosten
Folgende Mittel sind vorhanden bzw. müssen noch als Fördermittel beantragt werden:
Teich in der Mitte des Parks
Der Teich soll nicht mehr vom Köttelbach gespeist werden. Stattdessen soll die Speisung durch Grundwasser erfolgen. Die aktuelle und die zukünftige Verschlammung wurde vom Planer als Aufgabe an die Gemeinde adressiert. Die Genehmigung des Anschlusses an das Grundwasser ist offen.
Der geplante „Seerosenteich“ funktioniert also nur, wenn er vom Grundwasser gespeist wird. Und auch das nur zeitlich begrenzt, denn er wird – laut Aussagen des Planers und anwesender Bürger – wieder verschlammen.
Offenlegung Bachlauf
Der verrohrte Bachlauf von der Niedecke (Marktplatz Windeck-Dattenfeld) soll freigelegt werden und als offener Bach verlaufen. Dazu gibt es laut Planer „Pluspunkte“ bei der Einwerbung von Fördermitteln.
Es können laut Planer ca. 150.000 Euro über ein KfW Programm beantragt werden.
Hier sei die Frage erlaubt, ob der verrohrte Bachlauf nur deshalb freigelegt werden soll, weil es dafür Fördermittel gibt?
Folgekosten und Wartungskosten
Hydraulik und Sumpfland

Das der Dattenfelder Park im Sumpfland des ehemaligen Sieglaufs liegt, war dem Planer nicht bekannt.
Über die hydraulischen Wechselwirkungen (auch Höhenniveaus) des Teichs mit Grundwasseranschluss, des verlegten Köttelbaches, des freigelegten Bachlaufs, dem Anschluss an die Sieg (Hochwasser) und die Auswirkungen des alten Sieglaufs, konnte der Planer keine Aussage machen. Zitat: „Das ist jetzt neu für mich … das muss noch untersucht werden“.
Bouleplatz
Der Bouleplatz ist falsch eingezeichnet und bleibt an der jetzigen Stelle.
Die Fläche wird in der Länge und in der Breite vergrößert.
Die Holzbalken der Abgrenzungen werden erneuert.
Auf jeder Längsseite werden Sitzbänke installiert.
Hundeplatz oder Urban Gardening?
Diskutiert wurden freilaufende Hunde, Hundekot und dadurch belästigte Kinder und Erziehungsberechtigte.
Die ohnehin überflüssige Fläche zum gemeinsamen „Gärtnern“ kann für einen Hundeplatz für frei laufende Hunde genutzt werden.
Spielgeräte
Das große Spielgerät steht weiterhin in der Sonne.
Unklar ist, wie mit dem Sicherheitsrisiko von spielenden Kindern unmittelbar neben den Spielgeräten am Bachlauf umgegangen wird. Auch die Haftung sollte noch geklärt werden.
Weitere Fittnessgeräte sind geplant.
Toiletten
Die Bürgermeisterin lehnte eine Toilette mit dem Hinweis auf die Kosten der Toilettenanlage beim Bahnhof Schladern in Höhe von 150.000 Euro ab.
Diese Ablehnung sollte aber überprüft werden.
Immerhin braucht nur die Außentoilette des Hallenbades öffentlich zugänglich gemacht zu werden, um das Problem kostengünstig zu lösen.
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Veranstaltungsfläche
Es ist eine Fläche von 24 m × 8 m für ein Festzelt vorgesehen.
Das soll laut einem Vertreter eines Vereins nicht ausreichen.
Er forderte eine massive Befestigung des Erdreiches und eine massive Vergrößerung der Fläche auf 30 m × 10 m. Dann wäre der Aufbau eines Festzeltes kostengünstiger.

Diese weitere Versiegelung der naturnahen Flächen ist nicht akzeptabel.
Der Planer wies darauf hin, dass dann auch Bestandswege verlegt werden müssen.
Fraglich ist ohnehin, ob es die Vereine schaffen, mit ihrem Angebot das kontinuierlich fallende Interesse an ihren Veranstaltungen aufzuhalten.
Beispielsweise war das Festzelt beim 2026er Karneval nur mäßig gefüllt. Ein kleineres Zelt hätte also ausgereicht.
Baumfällungen
Es sollen sechs Bäume gefällt werden. Und zwar an den Eingängen des Parks und an der massiv vergrößerten Veranstaltungsfläche.
Insbesondere an der Veranstaltungsfläche „stören“ die Bäume bei Rangierarbeiten.
Wohnmobilstellplätze
Weitere Vorgehensweise
Die Fördermittel sollen im September 2026 beantragt werden.
Der Planungsbeschluss wurde von einem Planer mit Januar 2027 angegeben.
Vorher soll die finale Planung den Bürgern vorgestellt werden.
Fazit